Was verbindet die 1920er Jahre mit unserer Gegenwart?
Vier junge Künstler:innen aus der Großregion Deutschland, Belgien, Frankreich und Luxemburg haben sich im Rahmen des Residenzprogramms ‚POPAiR – Greater Region Pop Up Emerging Artists in Residence‘ dieser Frage gestellt. Die Antworten, die sie gefunden haben, sind vom 22. bis zum 27. September in der Kunsthalle Trier zu sehen. Unter dem Titel structures of resonance zeigt die Pop-Up-Ausstellung sechs Tage lang Arbeiten, die Momente der Überschneidung und des Widerhalls zwischen den 1920er- und den 2020er-Jahren sichtbar machen.
Die jungen Künstler:innen Thierry Hahn (LUX), Danae Hoffmann (DE), Song Lim (DE) und Eva Prusiewicz (FR) wurden von einer internationalen Jury für das Residenzprogramm ausgewählt. Seit dem 01. September arbeiten sie an der Europäischen Kunstakademie Trier und entwickeln hier thematische Arbeiten innerhalb ihrer ganz unterschiedliche künstlerischen Praktiken, Medien und Positionen.
Gefördert von


Die Ausstellung findet im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz 2026 unter dem Motto ‚Die Goldenen Zwanziger‘ statt und wird kuratiert von Frauke Drewer.


Wir laden Sie und Ihre Freund:innen herzlich zur Gruppenausstellung structures of resonance mit den Künstler:innen Thierry Hahn (LUX), Danae Hoffmann (DE), Song Lim (DE) und Eva Prusiewicz (FR) ein.
Die Ausstellung eröffnet am Dienstag, 22. September 2026, 11.00 Uhr in der Kunsthalle Trier.
Die Künstler:innen sind anwesend.
Weitere Veranstaltungen im Rahmen des Ausstellungszeitraums werden zeitnah bekannt gegeben.
Die Ausstellung ist kostenfrei.
Wir freuen uns über Ihren Besuch!
Zu den Künstler*innen:

Thierry Hahn wurde 2000 in Esch-sur-Alzette, Luxemburg, geboren und studiert Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf. Er arbeitet objekthaft, skulptural und installativ. Dabei beschäftigen ihn unter anderem Fragen nach Erwartung, Behauptung und Funktion. Während sich frühere Arbeiten mit Bilderrahmen auseinandersetzten, verfolgt er in seiner Praxis auch konzeptuelle Ansätze, wie die Simulation eines räumlich umgekehrten Kühlschranks, die zwar wie das Original Energie verbraucht, den Raum letztlich jedoch nach einiger Zeit trotz Kältefunktion erhitzt, statt zu kühlen.
In der Kunsthalle Trier zeigt Hahn Objekte, die vielleicht an industrielle, medizinische oder laborähnliche Apparate erinnern. Sowohl groß- als auch kleinformatige Arbeiten erzeugen durch ihre präzise, industriell anmutende Ausführung ein visuelles Versprechen von Funktionalität. Seine Arbeiten, die innerhalb des Residenz-Programms in Trier entstehen, spielen dabei mit unserer schnellen Überzeugung vom Plausiblen: Sie strahlen auf den ersten Blick Richtigkeit aus, verweigern jedoch eine eindeutige Erklärung oder Zuordnung und verweisen die Betrachtenden damit auf die eigene Projektion.
Im Rahmen der Ausstellung geht es auch um die Frage, wie wir wahrnehmen und Bedeutung zuschreiben. Hahns Arbeiten zeigen, wie schnell wir dem, was uns begegnet, Plausibilität verleihen. Wo endet das Versprechen eines Objekts und wo beginnt unsere eigene Projektion?
(Künstler:innenstatement: Thierry Hahn)

Danae Hoffmann arbeitet skulptural und installativ. In ihren meist weitläufigen Arbeiten und Assemblagen trifft das textile Medium oftmals auf harte Materialien wie Eisen und Holz. Durch die fragmentarische und doch objekthafte Materialität und deren Haptik befragt die Künstlerin die Gegenwart neu. Gesellschaftliche Widersprüche werden innerhalb ihrer Arbeiten – durch ebenjenes Spiel mit Festigkeit und Weichheit – nicht nur sichtbar, sondern körperlich erfahrbar.
Die 1994 in Neustadt an der Weinstraße geborene Künstlerin studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe sowie an der École Nationale Supérieure des Beaux Arts de Paris und stellt zuletzt in Österreich, der Schweiz und Deutschland aus.
Auch in ihrer in der Kunsthalle Trier gezeigten Arbeit setzt Hoffmann auf dieses Wechselspiel der Materialien. Sie beschäftigt sich mit Unterhaltung und Realitätsflucht wobei sie skulptural, bildnerisch und performativ arbeitet.

Die 1994 in Seoul, Südkorea, geboren Künstlerin Song Lim schloss ihren Bachelor in Fine Arts in Oriental Painting an der Seoul National University ab und absolvierte an der Kunsthochschule Mainz ihr Diplom und Meisterstudium. Zuletzt stellte sie in Deutschland und Großbritannien aus.
In ihrer künstlerischen Praxis untersucht, erörtert und observiert Lim Einschreibungen und Geschichten, die die Materialien selbst erzählen; wenn man genau hinsieht. Durch das Lesen von Oberflächen, wie Stein, Beton oder Holz, verarbeitet, extrahiert und systematisiert sie mit einem künstlerisch-analytischen Ansatz das narrative Potenzial der Medien selbst.
Ihre Arbeit an der Europäischen Kunstakademie beschäftigt sich in dieser Konsequenz mit dem vor rund 100 Jahren entwickelten Verfahren zur chronologischen Auswertung von Baumwachstumsdaten bzw. der dendrochronologischen Methode zur Analyse jahrringbasierter Zeitreihen.

Eva Prusiewicz, 1998 in Villeneuve-d’Ascq geboren, lebt und arbeitet in Nancy, wo sie an der ENSAD und der École Offshore studierte. Ihr Werk kreist um verdrängte Emotionen und Ängste, die sie im Bild des Vulkans fassbar machen. Was im Inneren unaufhörlich und unsichtbar brodelt, findet im Ausbruch seinen Ausdruck; eine Form der Katharsis.
Zugleich interessiert sich die Künstlerin auf historischer Ebene für die Versuche, mit denen Menschen dem Unbegreiflichen begegnet sind. Mythos und Ritual dienten als Versuch, unvorhersehbare Naturgewalten zu bändigen. Prusiewicz verbindet innerhalb ihrer Arbeit geologisches Wissen mit dem Rituellen und Ambiguität mit Klarheit und fragt danach, wie eine unsichtbare und unkontrollierbare Kraft sichtbar und greifbar gemacht werden kann.
Für die Kunsthalle Trier stellt sie den Wissensstand über Vulkanausbrüche der 1920er Jahre der Wissenschaft unserer komplexen Gegenwart gegenüber und greift dabei auf die Pionier-Plaketten zurück – jene Botschaften an Bord der Raumsonden Pioneer 10 und 11, die in den 1970er Jahren von menschlicher Existenz zeugen sollten. Der Vulkan wird dabei zum Gegenbild menschlicher Zeitlichkeit und zeigt an, dass sich geologische Transformation in Zyklen vollzieht, die jede menschliche Lebensspanne übersteigen.








